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Notkredite geeigneter als Zuschüsse

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Schnelle Liquiditätshilfen in Form staatlich verbürgter Notkredite sind am ehesten geeignet, grundsätzlich wettbewerbsfähigen Unternehmen bei katastrophalen Ernteschäden beispielsweise in Folge einer Dürre das Überleben zu sichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine fünfköpfige Gruppe von Wissenschaftlern unter Federführung von Prof. Norbert Hirschauer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in einer aktuellen Analyse.

Den Agrarökonomen zufolge weisen Nothilfen in Form von Schnellkrediten deutliche Vorteile gegenüber Zuschüssen auf. Ein Grund sei die hohe Liquiditätswirkung von Notkrediten im Vergleich zu Zuschüssen. Daneben ermögliche eine staatliche Bürgschaft eine schnelle Bereitstellung der Liquiditätshilfen bei geringem bürokratischem Aufwand. Die Rückzahlungsverpflichtung gewährleiste zudem, dass Mitnahmeeffekte gering blieben und das Risiko der Verschwendung von Steuermitteln reduziert werde. Schließlich würden unerwünschte Lenkungswirkungen weitgehend vermieden.

Zur Rettung existenzbedrohter Unternehmen mit begrenzten staatlichen Mitteln kommen für die Autoren zwei Kreditvarianten in Betracht. Dabei handelt es sich zum einen um einen Schnellkredit ohne Bonitätsprüfung mit staatlicher Bürgschaft von 100 %. Ähnlich wie beim Corona-Schnellkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) könnten beispielsweise ein 3 % über dem Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) liegender Zinssatz sowie tilgungsfreie Jahre und eine variable Laufzeit von bis zu zehn Jahren vereinbart werden. Zum anderen bringen die Wissenschaftler einen Schnellkredit ins Spiel, der durch Bodeneigentum des Landwirts abgesichert wird. Für einen besicherten Notkredit sei beim gegenwärtigen Zinsniveau ein geringerer Zinssatz zwischen 0 % und 1 % vorstellbar. AgE

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