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Neuer Wolfsmanagementplan im Nordosten

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Unter breiter Beteiligung von Umwelt-, Agrar- und Landnutzerverbänden hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Dabei konnte allerdings nicht in allen Punkten Einigkeit erzielt werden. Wie Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute nach der Unterzeichnung des Plans erläuterte, wurden in den Jahren seit 2010 Förderrichtlinien im Zusammenhang mit dem Wolf erarbeitet, notifiziert und veröffentlicht. Neben notwendigen Erweiterungen seien nun Anpassungen an die sich verändernde Rechtsprechung nötig geworden. Diese Themenfelder habe man im neuen Managementplan aktualisiert, verbunden mit Empfehlungen und dem Aufzeigen potentieller Handlungsspielräume in der Zukunft.

"In den vergangenen zehn Jahren haben sich zahlreiche Neuerungen zum Thema und im Umgang mit dem Wolf ergeben. Dazu zählen unter anderem eine deutliche gestiegene Wolfspopulation und damit einhergehend neue Konfliktfelder", erklärte Backhaus bei der Vorstellung des neuen Plans.

Strittig sei bei diesem unter anderem die von etlichen Teilnehmern der "Arbeitsgruppe Wolf" geforderte einzelfallunabhängige Regulierung des Wolfsbestandes geblieben, berichtete der Minister. Dabei stellte er nochmals klar, dass eine derartige Regulierung der Wolfspopulation derzeit rechtlich nicht möglich sei. Solange für die Art Wolf nicht der günstige Erhaltungszustand erklärt werde, könne es keine Bewirtschaftung des Wolfsbestandes geben. Backhaus setzt nun darauf, dass die neue Bundesregierung in Brüssel auf eine derartige Änderung des Schutzstatus für den Beutegreifer hinarbeiten wird.

Der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Detlef Kurreck, hielt sich mit Blick auf das erarbeitete Papier bedeckt. Für ihn stellt der neue Wolfsmanagementplan einen "ersten Schritt in die richtige Richtung dar - nicht mehr und nicht weniger". Ob der neue Plan für die betroffenen Weidetierhalter tatsächlich einen Mehrwert bringe, werde die Politik der nächsten Monate zeigen. Gebraucht werde effektiver Schutz, nicht nur Prävention und Entschädigung, betonte Kurreck.

Maßgeblich ist dafür aus Sicht des Verbandspräsidenten vor allem die Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfes. "Wir erwarten, dass das Land seiner Bekräftigung zügig Taten folgen lässt und die Feststellung auf Bundes- und Landesebene vorantreibt", sagte Kurreck. Handlungsbedarf erkennt er auch hinsichtlich der Erklärung des Landes, sich auf Bund-Länder-Ebene für einen zumutbaren Herdenschutz einzusetzen, der keine Zaunhöhe von 1,20 m erfordert. "Das ist für mobile Zaunanlagen bei Schafen und Ziegen schlicht nicht praktikabel und in der Fläche überhaupt nicht umsetzbar", stellte Kurreck klar. AgE

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