Hinweis: Diese Website wird wegen einer Sicherheitswartung vorübergehend in eingeschränkter Form angezeigt. Formulare, Suche und einzelne Funktionen stehen derzeit nicht zur Verfügung, Inhalte entsprechen möglicherweise nicht dem aktuellen Stand.

Markttipps-Ansicht

Win-Win-Situation möglich

|   markttipps

Auch nach drei Jahren Krieg zeigt sich die ukrainische Milchwirtschaft widerstandsfähig. Darauf hat der geschäftsführende Direktor der dortigen Milchindustrie, Arsen Didur, hingewiesen. Seine Hoffnung ruht auf einer Ausweitung der Handelsbeziehungen zwischen seinem Land und der EU - zum Vorteil beider Seiten.

Auf die Vorteile eines überarbeiteten Handelsabkommens zwischen der EU und der Ukraine hat der dortige Milchindustrieverband (SMPU) hingewiesen. Der geschäftsführende Direktor Arsen Didur sprach am Montag (24.2.), drei Jahre nach Beginn der russischen Invasion, gegenüber AGRA Europe von einem möglichen "Win-Win-Szenario", sollten die bisherigen Ausnahmegenehmigungen im Handel entfristet und erweitert werden.

Trotz der immensen Kriegslasten bleibe der ukrainische Milchsektor widerstandsfähig, berichtete Didur: "Wir sind entschlossen, die Produktion fortzusetzen, unsere Lebensmittelversorgung zu sichern und uns an dieses schwierige Umfeld anzupassen."

Klar sei, dass die Angleichung an die EU-Standards für die künftige Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen und den Marktzugang der Ukraine unerlässlich sei. Er sieht umgekehrt aber durchaus auch Vorteile für die europäische Milchwirtschaft und die Verbraucher in der EU.

Wenige Monate nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 hatte Brüssel jeweils auf ein Jahr befristete Ausnahmeregelungen zum Handel mit dem östlichen EU-Nachbarland in Kraft gesetzt, die, auch wenn sie zuletzt verschärft wurden, zuvor bestehende Einfuhrschranken für ukrainische Agrargüter herabgesetzt hatten. Die aktuelle Regelung läuft noch bis zum 5. Juni. Dem Vernehmen nach wird bereits seit Längerem zwischen EU-Kommission und Ukraine intensiv über eine dauerhafte Liberalisierung verhandelt. Konkret geht es um eine deutliche Weiterentwicklung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine (DCFTA) aus dem Jahr 2016.

Freihandel weiter ausbauen

Didur drängt darauf, den bilateralen Freihandel weiter auszubauen. Er hält dies trotz aktuell negativer Handelsbilanz für Milchprodukte mit der EU für entscheidend für das Überleben der ukrainischen Milchwirtschaft. Der SMPU plädiert für "einen berechenbaren und stabilen Marktzugang in beide Richtungen". Fest entschlossen zeigte sich Didur gegenüber AGRA Europe, die veterinärmedizinischen, gesundheitlichen und technischen Standards mit den EU-Anforderungen zu harmonisieren. Aus seiner Sicht würde dies den Handel rationalisieren und zugleich das Vertrauen der Verbraucher stärken.

Überzeugt zeigte sich der geschäftsführende Direktor der SMPU, dass hochwertige Milchprodukte aus der Ukraine die EU-Sortimente ergänzen könne, ohne den Markt zu stören. Darüber hinaus erhofft sich Didur vermehrte Investitionen und technische Unterstützung für die in seinem Verband organisierten Unternehmen, um veraltete Anlagen zu modernisieren, Qualitätskontrollen zu verbessern und nachhaltige Verfahren zu etablieren. AgE

Zurück