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Markttipps-Ansicht

Verbände kritisieren Empfehlungen

|   markttipps

Weiterhin kritisch sieht eine Reihe von landwirtschaftlichen Verbänden aktuelle Ernährungsempfehlungen über eine Abkehr von tierischen Erzeugnissen. Die Branchenorganisationen befürworten die Ziele im Grundsatz, nach ihrer Einschätzung fehlt jedoch oftmals eine wissenschaftliche Basis.

Ihre Kritik an aktuellen Ernährungsempfehlungen und insbesondere der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine Reihe von landwirtschaftlichen Verbänden erneuert. Ein Dorn im Auge ist ihnen die Abkehr von tierischen Erzeugnissen.

 

Es sei "grundsätzlich gut", dass die Politik und einige Ernährungswissenschaftler zu einem Ernährungswandel raten würden, um Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu entlasten und die Gesundheit zu fördern, teilten die Verbände am Montag (12.8.) mit. Aus ihrer Sicht fehlt für die angestrebten Maßnahmen jedoch "an vielen Stellen die wissenschaftliche Evidenz".

 

Laut dem Agrar- und Ernährungsforum Nord-West (aef), dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Deutschen Verband Tiernahrung (DVT), dem Milchindustrie-Verband (MIV) und dem Verband der Deutschen Fleischwirtschaft (VDF) wird hinsichtlich der geforderten Veränderungen im Ernährungssystem häufig auf die aktuellen Empfehlungen der DGE und der EAT-Lancet-Kommission sowie auf die daraus abgeleitete Planetary Health Diät verwiesen. Beide Ernährungsempfehlungen gingen jedoch durch die übermäßig starke Betonung einer pflanzlichen Ernährung an der Lebenswirklichkeit vorbei und würden das Risiko einer Mangelernährung bergen.

 

Die DGE hat sich nach Einschätzung der Verbände mit ihren aktuellen Empfehlungen von ihrer eigentlichen Kernkompetenz entfernt. Die Gesellschaft beschäftige sich nicht nur mit der Nährstoffversorgung und Gesunderhaltung, sondern berücksichtige auch Ziele des Green Deals.

 

Tierische Proteine unerlässlich

In Deutschland ist der Proteinbedarf der Bevölkerung den Verbänden zufolge durch pflanzliche und tierische Proteinquellen zu decken. Tierische Produkte könne der Verbraucher auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen konsumieren, da eine Proteinversorgung allein über heimische pflanzliche Lebensmittel nicht zu erreichen sei. Eine Stigmatisierung bestimmter tierischer Lebensmittelgruppen wie Fleisch, Milch und Milchprodukte sei wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

 

Die Verbände weisen zudem darauf hin, dass Tierhaltung und Pflanzenbau einander im landwirtschaftlichen Nährstoffkreislauf bedingten. Der tierische Wirtschaftsdünger sei die Basis für das Pflanzenwachstum. Nutztiere spielten außerdem eine wichtige Rolle in der Ressourcenverwertung und könnten aus nicht essbarer Pflanzenmasse Lebensmittel erzeugen. Darüber hinaus sei die Tierhaltung essenziell für die Bewirtschaftung von Grenzstandorten und die Pflege von Kulturlandschaften. AgE

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