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US-Getreideexporteure befürchten Warenstau

erstellt von info@raiffeisen.com (Raiffeisen Info) | |   markttipps

Der Hurrikan Ida hat an der US-Golfküste auch zahlreiche Exportterminals für Getreide in Mitleidenschaft gezogen. Rund um New Orleans, wo sich große Exporthäfen befinden, ist der Strom ausgefallen. Der Wirbelsturm hat Verladeeinrichtungen zerstört oder überschwemmt, weshalb die Verschiffung von Getreide und Sojabohnen zeitweise komplett zum Erliegen gekommen ist. Bauexperten gehen davon aus, dass sich die Reparaturen an Verladeeinrichtungen und Schiffen noch über Wochen hinziehen könnten.

Hurrikan Ida hat die USA aus Sicht der amerikanischen Farmer zur Unzeit getroffen, da im Mittleren Westen die Mais- und Sojabohnenernte anstehen. Im "US-Cornbelt" müssen dann innerhalb weniger Wochen riesige Mengen an beiden Produkten Richtung Süden zu den Exportterminals transportiert und von dort aus verschifft werden. Ackerbauern und Händler sind deshalb auf eine intakte Lieferkette angewiesen.

Die Sorge vor einem "Maisstau" im Landesinneren hat an der Terminbörse von Chicago zu einem regelrechten Ausverkauf beim weltweit wichtigsten Getreide geführt: September-Mais büßte in der laufenden Handelswoche bis heute gegen 15 Uhr deutscher Zeit fast 9 % auf umgerechnet 169 Euro/t ein. Sojabohnen mit gleicher Laufzeit verbilligten sich "nur" um etwa 5 % auf 399 Euro/t.

An der europäischen Leitbörse Matif reagierten die Terminkontrakte uneinheitlich auf die schwachen Vorgaben aus Übersee. So verbilligte sich der vordere Weizenkontrakt zur Abrechnung im September im Verlauf der Handelswoche von 257 Euro/t auf 244 Euro/t heute kurz vor Börsenschluss. Robust präsentierte sich dagegen aufgrund der aktuellen Angebotsknappheit in Europa der Matif-Raps: Hier ging es in Paris im Wochenverlauf um 5 Euro/t auf 575 Euro/t nach oben. AgE

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