Dürre und Hitzewellen im Sommer haben in Südosteuropa - insbesondere in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Teilen der Türkei - zu irreversiblen Ernteausfällen geführt. Darauf weist die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem September-Bericht hin. Am stärksten betroffen sind laut MARS Sommerkulturen wie Mais und Sonnenblumen, deren Ernteprognosen deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Anderswo hätten sich Hitzewellen und Trockenperioden mit moderaten und regnerischen Perioden abgewechselt, was insgesamt zu günstigen Erntebedingungen geführt habe. Während Westeuropa und Mitteleuropa gemischte, aber stabile Erträge verzeichneten, würden in Nordeuropa überdurchschnittliche Ernten erwartet.
Entsprechend hat MARS die Schätzung für die durchschnittlichen Hektarerträge bei Sonnenblumen in der gesamten EU gegenüber dem Augustbericht nochmals leicht nach unten korrigiert, und zwar um 1% auf jetzt 1,81 t/ha. Damit liegt der Wert 10% unter dem Fünfjahresschnitt, aber 5% über der Ernte 2024. Für Bulgarien wurde der Durchschnittsertrag um 3% auf 1,70 t/ha herabgesetzt. In Rumänien wird unverändert zum Vormonat ein Durchschnittsertrag 1,49 t/ha erwartet; der dortige Fünfjahresdurchschnitt würde damit zwar um 20% unterschritten, das Vorjahresergebnis aber um 26% übertroffen.
Nur leicht um 0,7% auf 6,88 t/ha wurde im Septemberbericht der Durchschnittsertrag von Körnermais herabgesetzt. Gegenüber dem Fünfjahresschnitt wäre das ein Minus von 3%. Eine deutliche Anpassung der Ernteerwartungen erfolgte für Rumänien. Dort gehen die Brüsseler Experten von 3,15 t/ha aus, also 6% weniger als noch um August. Für Bulgarien und Ungarn wurden die mittleren Erträge jeweils um 5% gesenkt; dort werden nun 3,09 t/ha beziehungsweise 5,62 t/ha in Aussicht gestellt.
Für Deutschland hat MARS die aktuelle Schätzung für den durchschnittlichen Körnermaisertrag leicht um 0,5% auf 9,69 t/ha angehoben. Sofern dies zutrifft, würde der Fünfjahresdurchschnitt um 1% überschritten; gegenüber dem Vorjahresergebnis ergäbe sich hingegen ein Minus von 4%. Beim Silomais korrigierten die Marktexperten den Hektarertrag gegenüber der August-Schätzung ebenfalls um 0,7% nach oben; gerechnet wird jetzt mit einem mittleren Ertrag von 43,1 t/ha.
Kaum verändert hat die EU-Kommission ihre Schätzung für den Ertrag von Zuckerrüben; erwartet werden 74,8 t/ha. Auch bei den Kartoffeln gab es nur eine marginale Verschiebung nach unten; hier geht MARS von 36,5 t/ha aus. Für Deutschland rechnen die Analysten bei den Zuckerrüben mit einem Hektarertrag in Höhe des EU-Durchschnitts; das wären 11% weniger als 2024 und 4% weniger als der Fünfjahresdurchschnitt. Den deutschen Kartoffelertrag beziffert MARS auf 41,3 t/ha, womit er gut 13% höher über dem EU-Schnitt liegen würde. AgE
