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Markttipps-Ansicht

Sovecon senkt Prognose

|   markttipps

Der russische Weizenexport ist zuletzt ins Stocken geraten, da sich das Auslandsgeschäft nicht lohnt. Daher hat das Moskauer Forschungszentrum Sovecon jetzt seine Exportprognose für 2024/25 von 42,2 auf 40,7 Mio. Tonnen Weizen gesenkt. Die Analysten rechnen allerdings für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres mit einer Belebung der Weizenausfuhren.

Das Moskauer Forschungszentrum für Agrarökonomie (Sovecon) hat seine Prognose für die russischen Weizenexporte im Wirtschaftsjahr 2024/25 gesenkt. Die Analysten erwarten jetzt eine Ausfuhrmenge von 40,7 Mio. Tonnen. Im Februar war noch mit 42,2 Mio. Tonnen gerechnet worden. Im Vorjahr hatte Russland 52,4 Mio. Tonnen Weizen auf den Weltmärkten verkauft.

Als Grund für die Korrektur wird ein geringes Angebot an Weizen angeführt. Außerdem sei das Auslandsgeschäft wenig rentabel. Laut Sovecon sind die Margen der Exportunternehmen seit Ende 2024 überwiegend negativ, während sie im Herbst noch bei 5 bis 10 Dollar (4,6 bis 9,3 Euro) pro Tonne Weizen lagen. "Der erstarkte Rubel hat die Exportaktivitäten weiter erschwert", schreibt Sovecon. Obwohl die Ausfuhrzölle auf der Grundlage von Währungsschwankungen angepasst würden, benachteilige die Zeitverzögerung in diesem Mechanismus weiterhin die Händler.

Angehoben haben die Moskauer Analysten hingegen ihre Prognose für die russischen Exporte von Gerste. Diese werden jetzt bei 3,5 Mio. Tonnen gesehen, nach 3,3 Mio. Tonnen im Februar. Die Prognose für die Maisaufuhren wurde von 2,6 Mio. Tonnen auf 2,8 Mio. Tonnen nach oben korrigiert. Den Gesamtexport von Getreide, Hülsenfrüchten und verarbeiteten Produkten beziffert Sovecon nun auf voraussichtlich 49,9 Mio. Tonnen; im Vormonat stand die Prognose noch bei 51 Mio. Tonnen.

Die Analysten rechnen für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres mit einer Belebung der Weizenausfuhren und unterstellen dabei steigende Exportpreise sowie eine mögliche Abschwächung des Rubelkurses. Die Prognose für die Weizenexporte im kommenden Wirtschaftsjahr 2025/26 wurde aufgrund steigender Lagerbestände von 38,9 Mio. Tonnen auf 391 Mio. Tonnen angehoben.

Schlechte Aussichten

Die Kiewer Unternehmensberatung UkrAgroConsult geht unterdessen davon aus, dass die aktuelle Saison für die russische Landwirtschaft sehr schwierig werden könnte. Nach Einschätzung der Analysten dürfte der preisbedingte Rückgang des Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz die Qualität des Getreides negativ beeinflussen, insbesondere beim Weizen. Vor allem die Kleinbauern sähen sich gezwungen, aufgrund gestiegener Kosten an Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffen zu sparen. Das wirke sich bereits auf die Erträge aus und könnte zu einer langfristigen Auslaugung der Böden führen.

Hinzu kommen laut UkrAgroConsult klimatische Herausforderungen. So seien die Böden im vergangenen Herbst bei der Aussaat von Winterweizen sehr trocken gewesen. Nach Angaben von Russlands Landwirtschaftsministerin Oksana Lut seien zwar 87% der Winterweizenbestände in einem guten oder zufriedenstellenden Zustand, aber die Landwirte seien besorgt über den anhaltenden Wassermangel. Insbesondere im Süden Russlands müssten viele Flächen neu eingesät werden, was die Kosten für die Landwirte zusätzlich erhöhe. AgE

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