Nach Rekorderlösen im Jahr 2023 haben die US-Schweinefleischexporteure im vergangenen Jahr auch bei der Menge nachlegen können. Nach Angaben der amerikanischen Exportorganisation für Fleisch (USMEF) wurden 3,03 Mio. Tonnen Schweinefleisch ausgeführt, was eine Steigerung von 4% zu 2023 bedeutete. Der bisherige Mengenrekord datierte aus dem Jahr 2020 mit 2,98 Mio. Tonnen. Die Erlöse erhöhten sich 2024 ebenfalls, und zwar um 6% auf den neuen Höchststand von 6,83 Mrd. Dollar (6,49 Mrd. Euro).
USMEF-Präsident Dan Halstrom hob die Diversifikationsanstrengungen der Exporteure hervor. Während die Lieferungen nach Mexiko das vierte Jahr in Folge einen Rekord erreicht hätten, habe auch die Präsenz von US-Schweinefleisch im asiatisch-pazifischen Raum deutlich zugelegt. Dies habe das Exportgeschäft gestärkt und den Ausfuhrerlös pro geschlachtetem Tier auf den neuen Höchststand von mehr als 66 Dollar (63 Euro) gebracht, berichtete Halstrom. Der Export erreichte einen Anteil von 30,3 % an der Produktion.
Neben Mexiko verzeichneten die US-Schweinefleischexporte 2024 auch in Zentralamerika, Kolumbien, Neuseeland und Malaysia Mengen- und Erlösrekorde. Wertmäßige Spitzenergebnisse wurden in Südkorea, Australien und der Dominikanischen Republik erzielt.
Die Schweinefleischexporte nach Mexiko beliefen sich 2024 auf insgesamt 1,15 Mio. Tonnen und lagen damit um 5% über der Vorjahresmenge. Der Wert der Exporte in das Nachbarland stieg um 10% auf 2,58 Mrd. $ (2,45 Mrd. Euro) und hat sich damit seit 2020 mehr als verdoppelt. Diese Zahlen würden die Bedeutung eines zollfreien Zugangs zu dem südlichen Nachbarn unterstreichen, betonte Halstrom in Richtung der Trump-Regierung.
Die Lieferungen nach China und Hongkong gingen um 6% auf 467.200 Tonnen zurück. Auch Japan drosselte die Bezüge von US-Schweinefleisch, und zwar um 2% auf 336.700 Tonnen. Südkorea steigerte hingegen diese im Vergleich zu 2023 um 12% auf 214.400 Tonnen und überholte damit Kanada.
Rindfleischexport leicht gesunken
Der US-Rindfleischexport entwickelte sich im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Der USMEF zufolge nahm die Ausfuhrmenge gegenüber 2023 um 0,5% auf 1,29 Mio. Tonnen ab. Die Erlöse legten dennoch deutlich zu, nämlich um 5% auf 10,45 Mrd. Dollar (9,93 Mrd. Euro). Der Wert der Rindfleischexporte pro geschlachtetem Tier lag 2024 bei 415 Dollar (394 Euro); die Ausfuhren machten etwa 14 % der Gesamtproduktion aus.
In Anbetracht des enormen Gegenwinds auf den großen asiatischen Märkten - vor allem in der ersten Jahreshälfte - und der Herausforderungen auf der Angebotsseite seien die Erwartungen übertroffen worden, resümierte Halstrom im Rückblick auf 2024. US-Rindfleisch werde international immer mit einem Preisaufschlag verkauft, und der starke US-Dollar habe zu einem weiteren Anstieg der Preise in den Landeswährungen beigetragen. Die Ergebnisse für 2024 bestätigten also, dass die weltweite Nachfrage äußerst widerstandsfähig sei, so der USMEF-Präsident.
Größter Auslandsmarkt für US-Rindfleisch war auch 2024 Japan mit knapp 243.000 Tonnen, was aber eine leichte Abnahme bedeutete. Dicht darauf folgten Südkorea und Mexiko mit Zuwächsen von 4% beziehungsweise 10% auf jeweils rund 232.500 Tonnen. Die Lieferungen nach China einschließlich Hongkong nahmen dagegen um 6% auf 215.600 Tonnen ab. AgE
