Trotz des aktuell kühlen Frühlingswetters kommt in die Preise auf den europäischen Schlachtschweinemärkten langsam Bewegung. Den saisonal üblichen deutlichen Schub nach oben hat es aber noch nicht gegeben. In Österreich, Belgien und Spanien ist der Schlachtschweinepreis zuletzt gestiegen. In Deutschland, Dänemark und Frankreich ging er seitwärts, in Italien weiter abwärts. Gründe für die überwiegend zumindest stabile Entwicklung sind die nahende Grillsaison, der Abbau der Angebotsüberhänge in Deutschland und Rezepturänderungen infolge der hohen Rindfleischpreise.
Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (12.3.) abermals bei unverändert 1,72 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Auf dem deutschen Schlachtschweinemarkt herrschten inzwischen ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse vor, erläuterte die VEZG. Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete, dass sich das Angebot an Schlachtschweinen weiter lichte und die Überhänge in immer mehr Regionen abgebaut seien. Angebot und Nachfrage passten aktuell zusammen. Durch die nun kühle Witterung gebe es noch keine größeren Effekte bei der Nachfrage. In den kommenden Wochen könne das Angebot aber langsam knapp werden.
Der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) erhöhte seine Notierung am Donnerstag um 5 Cent auf 1,81 Euro/kg SG. Das Schlachtschweineangebot fließe in Österreich reibungslos und flott ab. Die Nachfrage werde weitgehend gedeckt. Vereinzelt gebe es aber auch zusätzlichen Bedarf. Absatzfördernd wirke sich auch der hohe Rindfleischpreis aus. Speziell in der Wurstproduktion komme es zu Rezepturänderungen zugunsten von Schweinefleisch. Hinzu kommt für den VLV, dass in Deutschland erstmals seit Jahresbeginn von regional beginnender Knappheit berichtet werde. Außerdem liefen in vielen EU-Staaten die Vorbereitungen auf die Grillsaison.
Spanien importiert
Das belgische Schlachtunternehmen Danis hob den Schlachtschweinepreis abermals an. In der elften Woche zahlt es 1,250 Euro/kg LG und damit 3 Cent mehr als in der Vorwoche. Danish Crown (DC) setzte den Preis für die zwölfte Kalenderwoche bei unverändert 1,39 Euro/kg SG fest. Die Nachfrage sei bislang stabil. Unklar sei, wann die Nachfrage witterungsbedingt einen Schub bekomme, der die Preise wirklich nach oben treibe. Am Marché du Porc Français berichtete man ebenfalls von einem bislang ausgeglichenen Markt. Die Notierung blieb am Donnerstag bei 1,680 Euro/kg SG stehen.
In Spanien ist die große Nachfrage der Schlachthöfe nach Schlachtschweinen laut Marktexperten weiter ungebrochen. Schlachtschweineimporte aus Frankreich und Portugal seien an der Tagesordnung. An der Agrarbörse von Bellpuig zwischen Barcelona und Saragossa werden in der elften Kalenderwoche 1,657 Euro/kg LG angesetzt; 3 Cent mehr als in der Vorwoche. In Italien setzten die Schlachtschweinepreise ihre Talfahrt fort. Der Preis für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm verringerte sich am Donnerstag um 1,1 Cent auf 1,500 Euro/kg LG. Die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie wurde ebenfalls um 1,1 Cent zurückgenommen, und zwar auf 1,675 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis nochmals höher
Auf europäischer Ebene stieg der Durchschnittspreis weiter an. In der Woche zum 9. März wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 182,20 Euro/100 kg SG gehandelt; das waren 0,18 Euro oder 0,1% mehr als in der Woche zuvor. Das Vorjahresniveau wurde allerdings um 15,8% verfehlt.
Preisaufschläge wurden von der Mehrheit der Länder gemeldet, allerdings jeweils nur in geringem Umfang. Mit 2,7% am größten fiel die Steigerung in Slowenien aus, gefolgt von Bulgarien mit 2,4% und Schweden mit 2,2%. In Dänemark blieb der Preis unverändert. In Deutschland ging er um 0,2% nach unten. Den mit 2,7% größten Preisabschlag gab es in Rumänien, gefolgt von Polen mit 1,8% und der Slowakei mit 1,2%. In Griechenland, Frankreich, Italien, Luxemburg und Malta erfolgte in der Berichtswoche keine Preisnotierung. AgE
