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Markttipps-Ansicht

OIV erwartet neuen Tiefststand

|   markttipps

Weltweit sollen 2024 zwischen 227 und 235 Mio. Hektoliter Wein erzeugt werden. Das geht aus aktuellen Schätzungen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein hervor. Demnach könnte die diesjährige Produktion die kleinste seit 1961 werden. Das Aufkommen in der EU soll gegenüber dem Vorjahr um 3% schrumpfen. Unter den Mitgliedstaaten dürfte Italien mit einem Produktionsvolumen von 41 Mio. Hektolitern wieder den Spitzenplatz einnehmen. Auch in den USA sowie auf der Südhalbkugel dürfte weniger Wein erzeugt werden.

Die globale Weinproduktion dürfte 2024 weiter schrumpfen. Das zeigt eine aktuelle Schätzung der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV), die jetzt vorgelegt wurde. Demnach sollen im laufenden Jahr zwischen 227 und 235 Mio. Hektoliter Wein gekeltert werden; gegenüber dem bereits schwachen Aufkommen von 2023 würde das einem Rückgang um 2% entsprechen. Das Zehnjahresmittel würde gemäß der aktuellen Schätzung um 13% unterboten. Laut OIV könnte die diesjährige weltweite Weinproduktion die geringste seit 1961 werden; damals waren 220 Mio. Hektoliter erzeugt worden.

In der Europäischen Union werden der Organisation zufolge 2024 geschätzte 139 Mio. Hektoliter Wein ohne Säfte und Most produziert. Das wären 3% weniger als im Vorjahr und 11% weniger als im Mittel der vorangegangenen fünf Jahre. Sollten sich die Erwartungen bestätigen, würde es sich laut OIV um das kleinste Aufkommen des 21. Jahrhunderts handeln. Verantwortlich für das schwache Jahr ist der Organisation zufolge eine "komplexe Landschaft aus klimatischen Störungen"; darunter Dürre, Niederschläge in bislang unbekanntem Ausmaß sowie Sturmschäden.

Unter den größten europäischen Erzeugerländern muss Frankreich seinen Spitzenplatz an Italien abgeben. Die italienischen Winzer werden gemäß den Schätzungen der OIV 41,0 Mio. Hektoliter Wein keltern und damit das Vorjahresniveau um 7% übertreffen. Zugleich soll die französische Produktion um 10,9 Mio. Hektoliter beziehungsweise 23% auf 36,9 Mio. Hektoliter zurückgehen. Den dritten Platz verteidigen kann Spanien. Das dortige Aufkommen beziffern die Fachleute für 2024 auf 33,6 Mio. Hektoliter Wein; gegenüber dem Vorjahr würde das einem Plus von 18% entsprechen.

Die deutsche Weinproduktion soll 2024 laut OIV um 6% auf 8,1 Mio. Hektoliter schrumpfen. Die Ausbeute verringert haben vor allem späte Frosteinbrüche und heftige Regenfälle in den Sommermonaten.

Keine Zahlen aus China

Uneinheitlicher verlief die Entwicklung in den übrigen Erzeugerländern der Nordhalbkugel. Die diesjährige Produktion der USA veranschlagt die OIV aktuell auf 23,6 Mio. Hektoliter Wein; das wären 3% weniger als im Vorjahr und 1% weniger als im Fünfjahresmittel. Das russische Aufkommen soll mit 4,7 Mio. Hektolitern Wein auf dem Niveau von 2023 liegen. Daten zur chinesischen Weinlese liegen der OIV zufolge derzeit nicht vor. Gut verlief das Jahr offenbar für die Winzer in Georgien und Moldau. Georgiens Weinproduktion soll im Vorjahresvergleich um 27% auf 2,4 Mio. Hektoliter zulegen. Für die moldawische Weinerzeugung wird eine Steigerung um 16% auf 1,5 Mio. Hektoliter erwartet.

Argentinische Produktion erholt sich

Auf der Südhalbkugel ist die Lese bekanntlich bereits seit Längerem abgeschlossen. Nach Angaben der OIV ist die Weinproduktion dort 2024 das dritte Jahr in Folge zurückgegangen. Erwartet werden geschätzte 46 Mio. Hektoliter; damit würden das Vorjahresniveau um 2% und das mehrjährige Mittel um 12% verfehlt.

Spürbar erholt hat sich die Erzeugung in Argentinien. Mit 10,9 Mio. Hektolitern Wein dürfte das Aufkommen von 2023 um 23% übertroffen werden; das Fünfjahresmittel soll allerdings noch um 4% verfehlt werden. In Chile ist die Produktion der OIV zufolge hingegen um 15% auf 9,3 Mio. Hektoliter geschrumpft. Relativ noch stärker fiel der Rückgang in Brasilien aus, wo mit 2,7 Mio. Hektoliter Wein 25% weniger als noch 2023 erwartet werden.

Eine leichte Erholung gab es der OIV zufolge in Australien. Die dortige Weinproduktion wird auf 10,2 Mio. Hektoliter veranschlagt. Die Gesamtmenge von 2023 würde damit um 5% übertroffen, das Fünfjahresmittel allerdings noch um 16% verfehlt.

Die südafrikanischen Winzer haben laut OIV 8,8 Mio. Hektoliter Wein erzeugt und damit 5% weniger als noch 2023. Die Traubenlese war der Organisation zufolge von zahlreichen Herausforderungen geprägt, darunter neben Frost und schweren Niederschlägen auch Überflutungen und Stürme. Vor allem die Überschwemmungen in der Region Westkap haben demnach größere Einbußen verursacht. AgE

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