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Markttipps-Ansicht

Kursrutsch an der EEX gestoppt

|   markttipps

Die EEX-Futures für Verarbeitungskartoffeln haben sich nach einem mehrwöchigen Preisrutsch auf einem immer noch hohen Niveau von etwa 29 Euro/dt stabilisiert. Die Nachfrage nach "freier" Ware ist noch schwach, aber die Produktion der Verarbeiter zieht an. Derweil startete die niederländische Genossenschaft Nedato eine digitale Handelsplattform, um mehr Transparenz in den Kartoffelmarkt zu bringen.

Die Futureskurse auf Verarbeitungskartoffeln an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig sind seit Ende Juni bei relativ geringen Umsätzen deutlich abgerutscht, haben sich aber zuletzt auf einem immer noch recht hohen Niveau etwas stabilisiert. Die Börse notierte am Freitagmittag (23.8.) für den Kontrakt mit Fälligkeit im April 2025 für den Vortag einen Abrechnungskurs von 28,90 Euro/dt. Mitte Juni war noch ein Rekordhoch für Aprilkontrakte von 40,20 Euro/dt erreicht worden. Am Freitag gegen 15.00 Uhr stand dort dem Briefkurs von 29,40 Euro/dt ein Geldkurs von 28,30 Euro/dt gegenüber.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vom Freitag drückte die schwache Nachfrage nach nicht vertraglich gebundenen Verarbeitungskartoffeln weiter auf die Preise. Laut dem Agrarhandelsunternehmen Wilhelm Weuthen war die Vermarktung der letzten Ware aus der alten Ernte im Rheinland allerdings abgeschlossen. Dagegen blockierten in den Niederlanden noch größere Mengen alterntiger Knollen den Marktzugang für die Frühkartoffeln. Derweil rufe die Chipsindustrie Vertragsware kontinuierlich ab, während die Granulat- und Flockenwerke ihre Produktion weiter ankurbelten. Ende August werde auch die Stärkeindustrie in der EU voll in die Produktion gehen, hieß es.

Nedato: Markttransparenz unzureichend

Unterdessen lancierte die niederländische Kartoffelanbauergenossenschaft Nedato am Mittwoch (21.8.) die digitale Kartoffel-Handelsplattform Service2Potato. Nedato-Geschäftsführer Wim van de Ree begründete den Schritt gegenüber dem Fachblatt "Boerderij" damit, dass der Kartoffelmarkt nicht mehr ausreichend transparent sei. Die bislang in den Niederlanden maßgeblichen PotatoNL-Notierungen beruhten auf Transaktionen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern.

Allerdings entfällt laut Van de Ree nur ein kleiner Teil der Preismeldungen bei PotatoNL auf Geschäfte, die den Kartoffelanbauern als Richtschnur für die eigene Preisfindung dienen könnten. Außerdem seien die den Notierungen zugrunde liegenden Geschäftskonditionen nicht ausreichend transparent. Nedato liefert jährlich insgesamt rund 200.000 Tonnen Kartoffeln an Verarbeiter in den Niederlanden, Belgien und Deutschland. AgE

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