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Markttipps-Ansicht

Importverbot für Schweinefleisch

|   markttipps

Auf den MKS-Ausbruch in Brandenburg haben erste Staaten mit Importrestriktionen reagiert. So hat Südkorea sämtliche Schweinefleischlieferungen aus Deutschland mit sofortiger Wirkung verboten. Auch die Niederlande haben umgehend Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört ein landesweites Verbringungsverbot für deutsche Mastkälber, ausgenommen Schlachttransporte. Unterdessen hat das Nationale Referenzlabor am FLI ein MKS-Virus vom Serotyp O festgestellt.

 

Auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland haben übers Wochenende erste Staaten mit Importrestriktionen reagiert. So hat Südkorea sämtliche Schweinefleischeinfuhren aus Deutschland mit sofortiger Wirkung gestoppt, wie das Agrarressort in Seoul am Samstagabend (11.1.) mitteilte.

 

Erst am Mittwoch (8.1.) hatte die German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA) berichtet, dass sich das ins Ausland verkaufte Volumen an deutschem Schweinefleisch in den ersten zehn Monaten 2024 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 2,5% auf 1,667 Mio. Tonnen erhöht habe.

 

Das Plus dürfte dabei in erster Linie einem nach ASP-bedingter Sperre wieder offenen südkoreanischen Markt geschuldet gewesen sein. Deutschland durfte bekanntlich nach längerer Sperre wegen des ASP-Ausbruchs seit dem Sommer 2023 wieder Schweinefleisch unter Auflagen nach Südkorea liefern. Nach zaghaftem Beginn mit monatlich wenigen Hundert Tonnen hatte der Export im Rahmen einer Regionalisierungsvereinbarung gerade erst wieder Fahrt aufgenommen.

 

Auch die Niederlande haben umgehend Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um ein Einschleppen der Maul- und Klauenseuche zu verhindern. Dazu gehört ein landesweites Verbringungsverbot für deutsche Mastkälber, ausgenommen Schlachttransporte. Die Entscheidung sei getroffen worden, nachdem bekannt geworden sei, dass in den letzten Wochen Kälber aus Brandenburg über Sammelstellen in Deutschland in die Niederlande eingeführt worden seien, hieß es dazu am Samstag aus dem Haager Agrarressort.

 

Diese Kälber befänden sich aktuell in rund 125 über die Niederlande verteilten Kälbermastbetrieben. Aktuell liefen in den betreffenden Mastbetrieben Untersuchungen über mögliche MKS-Infektionen. "Wir wollen mit den verhängten Maßnahmen vorsichtshalber auf Nummer sicher gehen", erklärte Landwirtschaftsministerin Femke Wiersma.

 

Schnelle Krisenreaktion

Ebenfalls am Samstag hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) über den Serotyp des Virus informiert. Das Nationale Referenzlabor habe ein MKS-Virus vom Serotyp O festgestellt, heißt es auf der Homepage des FLI. Nah verwandte MKS-Viren kämen im Nahen Osten sowie in Asien vor, der genaue Ursprung und der Eintragsweg in den Tierbestand seien aber auch nach Kenntnis des Serotyps weiter unbekannt.

 

Für diese Viren geeignete Impfstoffe sind dem FLI zufolge in der MKS-Antigenbank Deutschland vorhanden. Diese MKS-Antigenbank wurde demnach eigens für Fälle wie den aktuellen Ausbruch in Brandenburg eingerichtet. Die MKS-Antigenbank könne nach Aktivierung durch die Bundesländer benötigte Impfstoffe innerhalb weniger Tage herstellen.

 

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bezeichnete die Bestimmung des Serotyps als "wichtigen Schritt" im Kampf gegen die Tierseuche. Es sei gut, dass die Brandenburger und Berliner Behörden schnell reagiert hätten, um eine Ausbreitung zu verhindern. Ziel müsse weiter sein, die Maul- und Klauenseuche schnell einzudämmen und die Folgen für Tiere sowie Schäden für die deutsche Land- und Lebensmittelwirtschaft so gering wie irgend möglich zu halten. AgE

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