An den Schlachtschweinemärkten der wichtigsten europäischen Erzeugerländer befinden sich Angebot und Nachfrage überwiegend weiterhin im Gleichwicht. Nach wie vor kann die saisonübliche Belebung der Nachfrage vom gestiegenen Angebot bedient werden. In der Folge bewegten sich die Schlachtschweinepreise meist seitwärts, Abschläge gab es allerdings in Italien und auch Dänemark.
In Deutschland beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (11.12.) ein weiteres Mal unverändert bei 1,92 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) fällt das Angebot an schlachtreifen Tieren weiterhin umfangreich aus. Obwohl die Schlachtzahlen auf hohem Niveau lägen, hätten sich nicht alle Tiere absetzen lassen.
Ähnlich verlief die Entwicklung in den meisten Nachbarländern. Weder am Marché du Porc Français noch beim österreichischen Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) kam Bewegung in die Preise. Auch das belgische Schlachtunternehmen Danis ließ seine Auszahlungsleistung unverändert. Nur in Dänemark nahm Danish Crown (DC) seinen Schweinepreis zurück, und zwar um umgerechnet 3 Cent. Laut DC-Marketingdirektor Mads Stougaard macht das Unternehmen auf dem Heimatmarkt gute Geschäfte. Die deutschen Kunden übten sich jedoch in Zurückhaltung. Stougaard geht davon aus, dass die Nachfrage nach Schlachtschweinen in den nächsten Wochen abflauen wird. Viele Verarbeiter wollten ihren Angestellten in diesem Jahr längere Ferien ermöglichen und schalteten daher bereits einen Gang zurück.
Weiter seitwärts bewegten sich auch die Preise in Spanien. An der Agrarbörse in Segovia bei Salamanca notierten Schweine mit mittlerem Fettgehalt am Donnerstag mit 1,56 Euro/kg Lebendgewicht (LG); das war ebenso viel wie in der Vorwoche.
Unbeeindruckt vom Geschehen im Rest der EU zeigte sich ein weiteres Mal der italienische Markt. Nachdem sich die Akteure in der Woche zum 8. Dezember nicht auf eine Notierung hatten einigen können, setzte sich der Abwärtstrend zuletzt fort. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 Kilogramm bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag ein Preis von 1,850 Euro/kg LG festgesetzt; das entsprach einem Abschlag von 8,3 Cent. Bei Vertragsschweinen derselben wurde die Notierung um 8 Cent auf 2,063 Euro/kg LG nach unten korrigiert.
EU-Durchschnittspreis zieht an
Auf europäischer Ebene konnte sich der Durchschnittspreis derweil befestigen. In der Woche zum 8. Dezember wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten für 193,64 Euro/100 kg/SG gehandelt; das waren 1,51 Euro oder 0,8% mehr als in der Woche davor.
Freundlich entwickelte sich die Notierung mit einem Plus von 5,4% in Spanien. Mit geringeren Aufschlägen zwischen 1,0 und 0,4% mussten sich die Mäster in Österreich, Dänemark, Polen und Tschechien begnügen. In Frankreich und Italien bewegten sich die Notierungen seitwärts. In Belgien wurde das Vorwochenniveau um 0,1% unterboten, in Deutschland um 0,2%. AgE
