Euronext: Am Freitag kam es an den Weizenbörsen zu einer deutlichen Korrektur. Der Septembertermin an der Matif verlor -9,50 auf 232,75€/to und die nachfolgenden Futures dieser Saison gaben bis zu -8,50 €/to nach. Hier liegen die Schlusskurse zwischen 236,25 und 239,75 €/t.
Die Euronext-Maisnotierungen gaben nicht so stark nach wie beim Weizen. Der am meisten gehandelte Novembertermin notierte zum Wochenende mit 254,75 €/to (-2,25) und die nachfolgenden Termine gaben bis zu -3,50 €/to nach. Die neue Bestandsbewertung konnte die Verluste nicht aufhalten.
Laut den Experten von FranceAgriMer befinden sich nur noch 38% der Maisbestände in bester Verfassung. Das sind -3% weniger zur Vorwoche.
An den US-Weizenbörsen gab es zum Wochenende weitere zweistellige Verluste. An der CBoT und auch in Kansas verlor der jeweilige Septemberfuture -18,25 bzw. -14,50 US-Cent/Bushel und die Schlusskurse liegen bei 678,00 bzw. 745,25 US-Cent/Bushel.
Die Nachricht, dass die Ukraine und die USA versuchen, neue Friedensverhandlungen mit Russland aufzunehmen, sorgt am Freitag für eine heftige Reaktion an den Getreidebörsen. Gewinnmitnahmen trieben die Notierungen in den Süden, nachdem die Risiken für den Schwarzmeerexport die Kurse zuvor auf Mehrjahreshochs getrieben hatten. Die weiterhin unsichere Schifffahrt in der Region sowie schwächere Ertragsaussichten beim US-Sommerweizen begrenzen jedoch den Verkaufsdruck. Die Situation bleibt weiter angespannt: auf der einen Seite gibt es mögliche Deeskalationsgespräche und auf der anderen Seite könnte Russland die Angriffe auf ukrainische Häfen und Schiffe intensivieren, während die Ukraine ihren Fokus auf russische Häfen richtet.
Die Analysten von IKAR haben ihre Prognose zur russischen Weizenernte 2026/27 auf 90 Mio. to angehoben und die Exporte sollen ein Volumen von 44,5 Mio. erreichen. Im US-Bundesstaat wurden in den letzten Tagen die Bestände beim Sommerweizen begutachtet. Als Ergebnis wurde ein durchschnittlicher Ertrag von 48,0 Bushel/Acre ermittelt und das liegt "nur" 0,3 Punkte unter dem Vorjahresergebnis. Im Vorfeld hatten die Analysten mit einem deutlich niedrigeren Wert gerechnet. ZMP
