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Markttipps-Ansicht

Ernteprognose hitzebedingt gesenkt

|   markttipps

COCERAL hat wegen der anhaltenden Hitzewelle seine Prognose für die Getreideernte in der EU-27 deutlich gesenkt. Mittlerweile wird mit nur noch 265,9 Mio. Tonnen gerechnet; das sind 3,3% weniger als im Juni. Die Vorjahresmenge würde um 8,5 % unterschritten. Betroffen sind vor allem Weichweizen, Gerste und Körnermais. Hitze und Trockenheit beeinträchtigen Erträge in Frankreich, Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn. Besonders beim Mais werden starke Einbußen erwartet, da die Witterung die Bestäubung erheblich beeinträchtigt.

Der Europäische Dachverband der Getreidehändler (COCERAL) hat wegen der anhaltenden Hitzewelle seine Schätzung für die diesjährige Getreideernte in der EU-27 nach unten korrigiert. In seiner nunmehr vierten Prognose erwartet der Verband ein Getreideaufkommen von 265,94 Mio. Tonnen; im Vergleich zur Juni-Schätzung sind das rund 9 Mio. Tonnen oder 3,3% weniger. Gegenüber der Vorjahresmenge von 290,58 Mio. Tonnen ergäbe sich ein Minus von 8,5%.

 

COCERAL geht davon aus, dass die widrigen Witterungsbedingungen die Erträge des Getreides schmälern werden. Während im Juni noch ein EU-Durchschnittsertrag von 56,40 dt/ha unterstellt wurde, sind es jetzt nur noch 54,9 dt/ha; das entspricht einem Minus von 2,7%. Zudem wurde die Schätzung für die Anbaufläche um 0,6% zurückgenommen.

 

Kornbefüllung beim Weizen beeinträchtigt

 

Die Weichweizenmenge sieht COCERAL nun EU-weit bei 127,27 Mio. Tonnen; das wären fast 2,2% weniger als das im Juni geschätzte Aufkommen von 130,11 Mio. Tonnen. Dem Dachverband zufolge hat die jüngste Hitzewelle vor allem in Zentral- und Südfrankreich, Süddeutschland sowie Österreich, Polen und Ungarn die Befüllung von Weizenkörnern beeinträchtigt.

 

In Frankreich wird die Weichweizenernte auf 31,83 Mio. Tonnen beziffert; in Deutschland sollen es 21,50 Mio. Tonnen sein. Eine Abwärtskorrektur erfolgte auch für Spanien, wo eine Hitzewelle schon Ende Mai größeren Schaden in den Weichweizenbeständen verursacht hatte. Um 2,4% wurde gegenüber Juni die Schätzung für die EU-weite Gerstenproduktion nach unten korrigiert; nunmehr werden in der Gemeinschaft 51,56 Mio. Tonnen erwartet.

 

Weniger Mais in Frankreich

 

Deutlich stärker dürfte sich nach Einschätzung von COCERAL die Hitze auf die Körnermaisbestände auswirken. Hier hat der Verband einen kräftigen Abschlag von 8,3% vorgenommen und die Prognose für die EU-27 auf 52,75 Mio. Tonnen gesetzt. Die Marktexperten des Verbandes gehen davon aus, dass das Wetter die Maisbestäubung insbesondere in der südlichen Hälfte Frankreichs und in Ungarn beeinträchtigt. Weitere Schäden werden durch neuerliche Hitzewellen in anderen Teilen der EU erwartet.

 

Schlecht sind vor allem die Aussichten in Frankreich. COCERAL erwartet, dass die Körnermaisernte dort auf nur 9,38 Mio. Tonnen sinken wird; im vergangenen Jahr waren es noch 13,81 Mio. Tonnen. Neben einer prognostizierten Verschlechterung des Durchschnittsertrages um rund 13% gegenüber 2025 wirkt sich hier vor allem die Verkleinerung der Anbaufläche um 22% negativ aus. AgE

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