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Markttipps-Ansicht

Deutlich mehr Getreide geerntet

|   markttipps

Die Ukraine hat 2026 nach Schätzungen der EU-Marktbeobachter von MARS deutlich mehr Getreide geerntet als im Vorjahr. Erwartet werden höhere Mengen bei Weizen, Körnermais und Wintergerste, begünstigt durch größere Anbauflächen und bessere Erträge. Auch die Sonnenblumenernte dürfte kräftig zulegen. Dagegen wird bei Sojabohnen ein deutlicher Rückgang erwartet. Der Bericht weist zudem erhebliche Getreidemengen in den von Russland besetzten Gebieten aus.

Deutlich größer als im vergangenen Jahr ist offenbar die Getreideernte in der Ukraine ausgefallen. Davon geht die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrer jüngsten Schätzung aus, die am Montag (21.9.) veröffentlicht wurde. Beim Weizen rechnen die Brüsseler Marktexperten mit einer Erntemenge von 25 Mio. Tonnen; das wären 10% mehr als 2025. An Körnermais wird eine Gesamtmenge von 34,8 Mio. Tonnen erwartet, womit das Vorjahresergebnis um 13% übertroffen würde. Das Aufkommen an Wintergerste soll mit 3,0 Mio. Tonnen sogar um 33% über der Vorjahresmenge liegen.

 

Ausschlaggebend für die gute Getreideernte sind laut MARS größere Anbauflächen und hohe Durchschnittserträge. Während beispielsweise bei Weizen der Anbau um 3% vergrößert wurde, lag der Ertrag mit 49,4 dt/ha um 7% über dem Vorjahreswert. Bei der Wintergerste wurde das Anbauareal um 18% ausgedehnt, und zusätzlich stieg der Durchschnittsertrag um 13% auf 44,7 dt/ha. Beim Körnermais fiel die Anbaufläche um 7% größer aus als 2025; der Ertrag legte um 5% auf 74,5 dt/ha zu.

 

Der MARS-Bericht gibt auch Aufschluss darüber, wie viel Getreide in den von Russland aktuell besetzten Gebieten geerntet wurde. Allein bei Weizen sind das 5,6 Mio. Tonnen, bei Wintergerste 539.000 Tonnen und bei Körnermais 372.000 Tonnen. Die Vermarktung dieser Ware durch Russland hatte seit Kriegsbeginn 2022 für große Empörung in der Ukraine und auch in der EU geführt. In diesem Sommer hatte Brüssel angekündigt, stärker gegen den organisierten Raub von Getreide aus den besetzten Gebieten vorzugehen.

 

Deutlich mehr Sonnenblumenkerne

 

Auch die Ernte von Sonnenblumenkernen in der Ukraine ist MARS zufolge sehr gut ausgefallen. Erwartet werden 12 Mio. Tonnen und damit 22% mehr als 2025. Die Rapsernte soll bei 3,6 Mio. Tonnen liegen, was einem Zuwachs von 14% entsprechen würde. Ausgesprochen schlecht war hingegen die Sojabohnenernte; sie ist voraussichtlich um 26% auf 3,7 Mio. Tonnen gesunken.

 

Den durchschnittlichen Ertrag von Sonnenblumen sehen die Brüsseler Marktanalysten bei 23,9 dt/ha; im Vergleich zu 2025 wäre das ein deutlicher Zuwachs von 18%. Der Rapsertrag soll mit 28,3 dt/ha um 6% größer ausfallen, während bei Sojabohnen ein Rückgang um 4% auf 23,5 dt/ha erwartet wird. AgE

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