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Markttipps-Ansicht

Der DRV schließt jetzt Versorgungsengpässe nicht mehr aus.

|   markttipps

In Deutschland zeichnet sich aktuell die schlechteste Getreideernte seit dem Dürrejahr 2018 ab. Der DRV veranschlagt das Aufkommen final auf nur 39,1 Mio. Tonnen, womit das schon nur mäßige Vorjahresergebnis um gut 8% unterschritten würde. Zugleich wies der Verband darauf hin, dass der Getreideinlandsverbrauch bei rund 40 Mio. Tonnen liege. Daher könnten Versorgungsengpässe nicht ausgeschlossen werden, zumal die Qualitäten ebenfalls oftmals enttäuschten.

Die Getreideernte in Deutschland dürfte insgesamt noch schlechter ausfallen als bislang befürchtet. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in seiner finalen Schätzung für 2024 von einem Aufkommen einschließlich Körnermais von lediglich 39,12 Mio. Tonnen aus. Damit würde das schon nur mäßige Vorjahresergebnis um 3,5 Mio. Tonnen oder gut 8% unterschritten. "Nur im Dürrejahr 2018 wurde ein schlechteres Resultat erzielt", stellte der DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler am Freitag (16.8.) fest.

Seedler wies ferner darauf hin, dass der Getreideverbrauch in Deutschland bei rund 40 Mio. Tonnen liege. Daher könnten Versorgungsengpässe nicht ausgeschlossen werden, insbesondere weil die Qualitäten ebenfalls oftmals enttäuschten.

Die Gründe für das schlechte Ergebnis liegen laut DRV in der um 4,7% auf 5,76 Mio. Hektar weiter eingeschränkten Anbaufläche sowie in relativ niedrigen Hektarerträgen. Diese seien auf das unbeständige Wetter mit teilweise starken Niederschlägen sowie fehlende Wärme und Sonnenschein zurückzuführen. Außerdem führten die zunehmenden Einschränkungen bei der Düngung und dem Pflanzenschutz zu weiteren Ertragsrückgängen, erklärte der Verband.

Mit seiner Ernteschätzung liegt der DRV bezogen auf das Halmgetreide um 1,8 Mio. Tonnen unter der ersten amtlichen Schätzung von Anfang August, die 36,41 Mio. Tonnen gelautet hatte. Während das Statistische Bundesamt (Destatis) das Weizenaufkommen noch auf 19,67 Mio. Tonnen veranschlagte, sind es beim DRV nun nur mehr 18,76 Mio. Tonnen und damit fast 2,8 Mio. Tonnen oder 12,8% weniger als 2023.

Die Erwartungen an die Rapsernte korrigierte der Raiffeisenverband ebenfalls nach unten. Aktuell geht der Verband hier von einer Druschmenge von 3,64 Mio. Tonnen aus, womit das gute Vorjahresniveau um fast 590.000 Tonnen oder 13,9% verfehlt worden wäre. Destatis schätzte die betreffende Menge auf 3,76 Mio. Tonnen.

Warnung vor weiterer Extensivierung

Der DRV stellte außerdem fest, dass vor zehn Jahren in Deutschland noch auf rund 6,5 Mio. Hektar Getreide erzeugt worden sei, während es aktuell nur noch 5,8 Mio. Hektar seien. Besonders drastisch verringerte sich dabei der Anbau von Weizen, der wichtigsten Getreideart hierzulande. Die betreffende Fläche nahm laut DRV in den letzten zehn Jahren um fast ein Viertel auf 2,6 Mio. Hektar ab.

Ursächlich für diesen Rückgang sind dem Raiffeisenverband zufolge vor allem Baumaßnahmen sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien. "Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Es braucht ein Umdenken in der Politik", mahnt Seedler. Der Flächenverbrauch müsse reduziert und die Produktivität auf den Flächen durch den Einsatz modernster Züchtungsmethoden sowie digitaler Technik beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gesteigert werden.

Seedler warnte, dass der politische Fokus nicht länger nur auf der Extensivierung liegen dürfe. "Die Versorgungssicherheit durch heimische Erzeugung muss wieder mehr an Bedeutung gewinnen", fordert der DRV-Gertreidefachmann. Dies gelte umso mehr, da bis 2050 die Weltbevölkerung weiter steigen und die Nachfrage nach Agrarrohstoffen laut Expertenschätzungen um bis zu 50% zunehmen werde. AgE

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