Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten hat die Anspannung etwas nachgelassen, die wegen der saisontypischen Angebotsüberhänge und der Folgen des Ausbruchs von Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland entstanden war. So stoppte in Deutschland, Österreich und Belgien die zuvor steile Talfahrt der Preise. Sie blieben zuletzt unverändert. Demgegenüber senkte Danish Crown jetzt erstmals seit Wochen seine Auszahlungsleistung. In Frankreich, Italien und Spanien setzte sich die Abwärtsentwicklung der Notierungen in teils sehr geringem Tempo fort.
Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (22.1.) bei 1,72 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Auf dem Markt gebe es weiterhin ein großes Angebot an Schlachtschweinen und hohe Schlachtgewichte, erläuterte die VEZG. Auf den MKS-Ausbruch in Brandenburg ging sie nicht ein.
Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete, dass die Angebotsüberhänge regional zwar abnähmen. Eine flächendeckende Entspannung sei aber nicht in Sicht. Zugleich gestalte sich der Handel mit Schweinefleisch insgesamt verhalten. Dadurch, dass der Export mit Schweinefleisch durch das Auftreten der MKS weggebrochen sei, falle das Kaufinteresse noch ruhiger aus als ohnehin zu dieser Jahreszeit. Größere Einlagerungen in die Gefrier- und Kühlhäuser seien für die meisten Teilnehmer ebenfalls kein Thema, erklärte die AMI. Allerdings nehme aktuell die Hoffnung zu, dass sich der Markt in den kommenden Wochen stabilisiere.
DC will Gesamtabsatz optimieren
Der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) setzte die Notierung am Donnerstag bei unverändert 1,71 Euro/kg SG fest. Hohe Schlachtzahlen hätten den Abbau der großen Überhänge seit Jahresbeginn beschleunigt, so der VLV. Trotzdem werde es noch bis Anfang Februar dauern, bis wieder alle schlachtreifen Tiere ohne Verzögerung abfließen könnten. Aktuell litten die Preise auch darunter, dass Deutschland wegen seiner MKS-bedingten Exportsperren zusätzliche Ware auf dem Binnenmarkt unterbringe.
Das belgische Schlachtunternehmen Danis zahlt in der vierten Kalenderwoche unverändert 1,180 Euro. Danish Crown (DC) legte seine Auszahlungsleistung für die fünfte Kalenderwoche bei umgerechnet 1,37 Euro/kg SG und damit umgerechnet 2 Cent niedriger als zuvor fest. Infolge des MKS-Falls in Deutschland sei das Angebot an frischen Produkten auf dem europäischen Schweinefleischmarkt plötzlich gestiegen. Das habe kurzfristig zu Ungleichgewicht geführt. Nun arbeite DC an einer Optimierung seines Gesamtabsatzes.
Am Marché du Porc Français wurde der Schlachtschweinepreis am Donnerstag bei 1,687 Euro/kg SG fixiert, nach 1,689 Euro/kg in der Vorwoche. In Spanien beschleunigte sich die in der Vorwoche begonnene Rutschpartie der Preise. An der Agrarbörse von Bellpuig zwischen Barcelona und Saragossa notierten Schlachtschweine mit mittlerem Fettgehalt am Donnerstag mit 1,540 Euro/kg Lebendgewicht (LG); das war 1,5 Cent weniger als in der Vorwoche. In dieser war die Notierung erstmals seit Langem gesunken, und zwar um 1,0 Cent.
In Italien wurde die Abwärtsentwicklung hingegen zuletzt gebremst. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 Kilogramm bis 152 Kilogramm einigte man sich am Donnerstag auf 1,667 Euro/kg LG, nach 1,671 Euro/kg LG in der Vorwoche. Vertragsschweine derselben Kategorie kosten jetzt 1,865 Euro/kg LG, gegenüber 1,883 Euro/kg LG in der Vorwoche.
EU-Durchschnittspreis weiter gesunken
Auf europäischer Ebene ging der Durchschnittspreis weiter nach unten. In der Woche zum 19. Januar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten für 182,85 Euro/100 kg SG gehandelt; das waren 4,82 Euro oder 2,6% weniger als in der Woche zuvor. Das Vorjahresniveau wurde um 10,7% verfehlt.
Den mit 12,3% größten Abschlag meldete Zypern. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, Polen und Österreich, gingen die Preise um jeweils 4,0% bis 5,1% zurück. In Portugal bewegte sich der Preis seitwärts. Zuschläge von maximal 0,8% gab es nur in Kroatien und Finnland. In Griechenland, Italien und Luxemburg sowie Malta und den Niederlanden erfolgte in der Berichtswoche keine Preisnotierung. AgE
